Malaysia - Sumatra (Indonesien) - zwischen den Welten
 
 
Ankunft - Kuala Lumpur
Heute ist der 31.12.2009. Wir sind gerade gelandet und stehen mit unserem Gepäck in der Airporthalle. 16:00 Uhr. Eine kurze Fahrt ins Stadtzentrum und wir erreichen unser Hotel „Maya“. Beim Einchecken erfahren wir, dass wir wie gewünscht ein Zimmer mit Blick auf die Kuala Lumpur Towers haben. Nun gilt es ein wenig zu ruhig um fit den Jahreswechsel zu überstehen. Gegen 20:00 Uhr weckt uns laute Musik. Natürlich haben wir beim Einchecken nicht bemerkt, dass unser Zimmer direkt neben der Skybar liegt. Wenigsten können wir so den Jahreswechsel nicht verschlafen. Duschen, Anziehen und dann geht’s auch schon in die gut gefüllte Bar. Wir haben Glück und so
ergattern wir einen der begehrten Plätze direkt vorn mit schönem Blick auf die strahlenden KL-Towers. Wir harren der erwarteten Stunde. Dann ist es endlich soweit. Gespannt verfolgen wir das Feuerwerk, dass uns aus Fernsehübertragungen spektakulär in Erinnerung ist. Aber irgendetwas ist anders. Es wirkt klein und weniger eindrucksvoll. Nun ja. Da das Feuerwerk vom Boden aus gezündet wird, befinden wir uns der Skybar in Etage 13 etwa direkt in gleicher Höhe. Somit verliert es seinen imposanten Charme. Hinzukommt, dass die Malaysier keine eigenen Feuerwerke zünden. Die Stadt liegt ruhig im
Jahresübergang. Gegen 0:30 Uhr trauen wir uns auf die Straße, die mittlerweile zu pulsierendem
Leben erwacht ist. Da wir jedoch gar keine Regionalkenntnisse haben, verzichten wir auf einen umfangreichen Spaziergang und schließen unsere Sylvesternacht in der Skybar ab. Der nächste Morgen macht uns die Größe des Hotels deutlich. Ein riesiger Saal empfängt uns mit vielfältigen Leckereien für jeden geschmachsverwöhnten Gaumen. Noch völlig erledigt beschränken wir uns auf einen Besuch der KL-Towers und dazugehörigen Einkaufstempel. Das ist jedoch gar nichts für unseren eingeschränkten europäischen Geist und so sitzen wir alsbald übermüded und von der Klimaanlage ausgekühlt in einem kleinen Restaurant und stärken uns. Am nächsten Tag soll unsere Reise durch Sumatra beginnen. Da ist es nur legitim, zu ruhen und Kräfte zu sammeln. Von KL haben wir nicht viel gesehen, allerdings bedauern wir das auch nicht. Es ist keine Stadt, die einen mit Atmosphäre in ihren Bann zieht.
 
 
Bohorok (^nach oben^)
 
Der Transfer zum Flughafen am nächsten Morgen beginnt während der Dunkelheit. Wir zeigen den Fahrer unsere Tickets und weisen darauf hin, dass wir zum anderen Flughafen müssen. Er lächelt milde und setzt uns wohlbehalten nach einer entspannten Fahrt ab. Die Haupt- und
Schnellstraßen sind beleuchtet und um diese Zeit kaum befahren. Am Flughafen müssen wir uns ersteinmal orientieren und vor allem wollen wir wissen, wo wir bei der Rückreise landen und ob wir den Flughafen wechseln müssen. So ist es dann auch. Aber jetzt geht’s nach Sumatra. Nach einem kurzen Flug landen wir in Medan und erfahren wieder einmal, dass die Einreise nach Indonesien eher der Touristenabschreckung dient. Zig Formular und lange Wartezeiten sind kein Vergnügen. Nachdem die Formalitäten erledigt sind geht wie immer alles ganz schnell. Franz (natürlich heißt er anders) erwartet uns bereits. Wir tauschen noch Geld und schon beginnt die Fahrt durch Medan nach Bohorok, an der Grenze zum Leuser-Nationalpark. Bohorok Es ist Wochenende, die Straße überfüllt und eine glatte Katastrophe. Teilweise so tiefe Schlaglöcher, dass man bis zu den Knien darin verschwindet, drosseln das Tempo oft auf Schrittgeschwindigkeit. Wir legen öfter eine Pause
ein und haben Gelegenheit mit Franz über das Für und Wider der gewaltigen Gummibaumplantagen zu sprechen. Aus unserer Sicht eine Umweltsünde, aus seiner Sicht nacktes Überleben. Wir überlegen, wie der Kompromiss aussehen könnte. Erst am späten Nachmittag kommen wir in Bohorok an. Das Resort ist einfach und die Zimmer verfügen nur über kaltes Wasser. Aber es ist toll gelegen. Direkt an einem reißenden Fluss, der hier schon für Trauer gesorgt hat, als er bei Hochwasser Dörfer und Resorts wegspülte. Da Wochenende ist und dies ein beliebtes
Ausflugsziel der Sumatraer ist, ist das ganze Gelände bunt gesprenkelt. Familien mit Kinder,
Großeltern, Sack und Pack belegen die Gartenflächen und Kochen, singen und feiern. Auf Gummireifen wird der Fluss erobert. Wir staunen. Eigentlich sollte es gleich weiter gehen zur Fütterung der Orang Utans. Jedoch weist uns Franz darauf hin, dass fast alle hier daran teilnehmen werden und bietet uns eine private Tour durch die Ausläufer des Nationalparks am nächsten Vormittag an. Auch wenn wir hierfür außer der Reihe bezahlen, nehmen wir dankbar an. Der
Koch verwöhnt uns am Abend mit einem einfachen aber schmackhaften Essen. Wir werden satt. An
Schlaf ist in den Leichtbaubungalows nicht zu denken. Aus dem Nachbarzimmer plärrt der Fernseher nachst um 2:00 Uhr immer noch. Völlig entnervt trabe ich rüber und sage den Kids, dass sie etwas leiser drehen mögen. Von den Eltern keine Spur. Sofort wird entsprechend gehandelt und bis ich zurück in unserem Zimmer bin, hat sich der Drehknopf bestimmt selbständig in seine provozierende Lage zurückgestellt. Nun gut. Irgendwann schlage auch ich ein. Es ist morgen und es regnet. Nicht gut. Die Wege im Dschungel sind erfahrungsgemäß sehr rutschig und das Laufen fällt schwer. Also erst frühstücken und auf besseres Wetter hoffen. Leider haben wir kein Glück und so wandern wir Regen los. Wir überqueren den Fluss und nach kurzer Zeit sind wir mitten im Dschungel. Es ist ruhig und die schwere regennasse Luft lässt uns schwer atmen. Wir suchen die Orang Utans und laufen mit unserem einheimischen Guide quer durch den Wald. Er zeigt uns viele Dinge, auch andere Affen, die
sich von uns gern einen Leckerbissen reichen lassen. Da sich die Guides mit Handys untereinander verständigen (wirklich jeder Indonesier hat ein Handy) sind wir zuversichtlich, doch noch auf Orang Utans zu treffen. Und so ist es dann auch. Wie bereits auf Borneo ist ein besonderes Erlebnis, diese
großen Menschenaffen in freier Wildbahn zu erleben. Nach ca. 3 h treten wir den Heimweg an, der uns auf einem anderen Pfad und mit anderen „Hilfsmitteln“ über den Fluss führt. Im Anschluss haben wir Gelegenheit, durch das Ausflugsdorf zu laufen und erkennen, dass wirklich 1000e Sumatraer die Gelegenheit nutzen, ihre freie Zeit hier zu verbringen.
Es ist sehr schön und die Menschen offen und freundlich. Wir sind hier die einzigen Touristen und die einzigen Weißen. Und so lassen wir uns auch wieder gern von den Einheimischen fotografieren. Völlig schmutzig und durchnässt wechseln wir die Kleider und schon geht’s weiter – Richtung
Brestagi. Ein langer Weg. Wie lang er aber wirklich werden wird, erfahren wir erst später.
 
 
Brestagi (^nach oben^)
 
Wir holpern und stolpern eigentlich unbefahrbare Straßen entlang. Endlose Staus und die risikofreudige Fahrweise zerren an unseren Nerven. Spät am Abend erreichen wir die Zufahrtstraße nach Brestagi. Ein bekannter Ort im Hochland Sumatras. Hier werden Gemüse und Blumen für
den Export in die ganze Welt, insbesondere jedoch nach Malaysia angebaut. Wir durchfahren den
düsteren Ort, in dem nur hier und da eine Energiesparlampe spärliches Licht liefert. Wir kommen im besten Hotel am Ort unter und beziehen ein schönes Zimmer mit Terrasse und herrlichem Blick über den weitläufigen Garten mit Pool und Poolbar. Das Abendbrot ist asiatisch, gut aber eher hoteltypisch. Wir ziehen uns zu einem warmen Bad ins Zimmer zurück. In der Nacht haben wir Anlass, den Sicherheitsdienst zu verständigen. In Schlafanzug und
Schlappen ziehen wir gegen 2:00 Uhr in die Lobby und sind erstaunt, hier nur noch den
Sicherheitsdienst anzutreffen. Nun gut. Diesen machen wir darauf aufmerksam, dass die chinesische Karaoketruppe in der Poolbar sich bitte ohne Lautsprecher bespielen möge. Der Lärm war unerträglich. Sie meinten, in 10 Minuten stellen sie die Lautsprecher ab und tatsächlich. Wir nutzen die wenigen Stunden bis zum Morgen und – schlafen. Das Frühstück ist gemessen am 4 Sterne Hotel sehr übersichtlich. Grüner Toast (!), Butter, Marmelade, Schluss. Reis, Cracker und undefinierbare Soßen jedoch gibt es im Überfluss. Die Fahrt soll uns heute zum Toba See führen. Ein
riesiger Krater eines Supervulkans, der vor ca. 75.000 Jahren das letzte mal ausgebrochen ist und angeblich die Menschheit bis auf 2.000 Vertreter der Spezies reduziert haben soll. Auf dem Weg dorthin beginnen wir den Tag jedoch mit einem Ausflug auf den Markt in Brestagie. Hier ist jedoch wenig los, da es noch viel zu früh ist. Wir nehmen ein paar Eindrücke mit besuchen ein Karo-Batak
Dorf. Karo-Bataks sind muslimisch geprägt und standen in der Vergangenheit in Auseinandersetzung mit den christlich orientierten Toba-Bataks. Im Dorf finden wir nur noch 2 traditionell gebaute Häuser. Die Straßen sind Sandwege. Manchmal auch festgefahrener Müll. Es gibt keine Mülltonnen oder ähnliches. Der Dreck findet seinen Weg auf die Straßen. Eine Missstand, den wir überall in Indonesien
kennengelernt haben. Man ist bemüht, wie Franz sagt. Wir wandern durch das Dorf und erreichen bald die Felder
der Bauern. Hier überrascht uns die Gegensätzlichkeit – saubere, gepflegte Felder. Sattes Grün – Kaffee, Petersilie, Kohl. Mit der Hand gepflegt und – mit Pestiziden. Wir sehen die Arbeiter mit ihren Spritztanks über die Felder gehen. Nach unserem Rundgang machen wir uns wieder auf den Weg. Als wir am Gemeindehaus vorbeikommen, bemerken wir viele Menschen. Franz bietet uns an, anzuhalten und näher zu treten. Als wir unsicher vor dem Eingang zum Gemeindehaus stehen, bitten uns jedoch einige der Teilnehmer
herein. Wir dürfen auch fotogragieren. Franz erzählt uns, das es die Feier zur Fertigstellung eines Hauses ist. Jedoch bezweifeln wir das anhand unserer Beobachtungen und sind der Meinung, hier
findet eine Beschneidung statt. Wir teilen uns Franz jedoch nicht mit, er wird seine Gründe für die Abwandlung haben.
 
 
Toba See (^nach oben^)
 
Der Aussichtspunkt am Toba See wurde ursprünglich für Touristen eingerichtet – ein großes Restaurant mit Panoramablick, ein paar Stände mit Souveniers. Jedoch ist das Restaurant geschlossen und die Stände größtenteils verlassen. Das Wetter spielt auch nicht mit, keine Sonne,
manchmal Regen. Wir versuchen unser Bestes, um den beeindruckenden Blick und die Dimension auf Chip zu bannen. Andere Touristen stören uns dabei nicht. Von ganz oben müssen wir nach ganz unten. Über Serpentinen führt unser Weg bis ans Ufer des Toba Sees. Hier besteigen wir ein
Passagierboot, dass uns unser Hotel für den Transfer zur Verfügung gestellt hat. Die Überfahrt bis zur Insel Tomasir dauert ca. 1 h. Ein kleines Hotel mit schönem Blick auf den See erwartet uns. Wenige Gäste verweilen zum Leidwesen der Betreiber hier. Der Tourismus ist in Indonesien und insbesondere in Sumatra stark zurückgegangen. So sind am Abend nur
2 Tische im Hotelrestaurant besetzt.   Nach dem Frühstück beginnt unsere Wanderung durch die umliegenden Dörfer. Eine lange Wanderung, die uns mit Menschen und ihrer Lebensweise bekannt macht. Ein wunderschöner Ausflug, der tiefe Eindrücke vermittelt. Wir besuchen Menschen, die in
noch in ihren traditionellen Häusern leben, hören Geschichten über die christlich-traditonellen Beerdigungsriten, schauen bei der Feldarbeit zu und pausieren auf fremden Höfen, schwatzen mit Familien. Natürlich darf ein „Museum“ nicht fehlen und wir machen uns mit Opferriten der
angeblichen frühen Kannibalen Sumatras bekannt. Zurück bringt uns das Hotelboot. Nach dem Abendessen fallen wir todmüde ins Bett. Entspannt geht’s nach dem Frühstück Richtung Medan zurück. Wir sind den ganzen Tag unterwegs. Auf dem Weg besichtigen wir die ehemalige Residenz des Königs und haben Gelegenheit, uns einmal im Inneren eines traditionellen Wohnhauses zu bewegen. Nicht ganz einfach. In Medan angekommen besichtigen wir den Sultanspalast. Wir verzichten darauf, uns als Regenten
ablichten zu lassen, sind aber trotzdem beeindruckt. Es ist schon dunkel, als wir im Hotel einchecken. Von außen ein wenig Vertrauen erweckender Bau, bietet das Hotel aber schöne saubere sehr gut ausgestattete Zimmer, einen guten Service und exzellentes Essen. Unser letzter Abend auf Sumatra und wir lassen ihn in der Bar ausklingen.
 
 
Langkawi (^nach oben^)
 
Wir sind wieder in Malaysia und nun müssen wir den Flughafen wechseln. Ein wenig Aufregung macht sich breit. Wie kommen wir nun dahin. Nach kurzer Zeit und vielen netten Hinweisen kommen wir zum Shuttle. Der Bus nimmt uns und unser Gepäck klaglos entgegen und die Fahrt beginnt. Laut Auskunft liegt etwa 1 h Busfahrt vor uns – nach 15 Minuten sind wir jedoch da und stehen bald vor einer langen Reihe Abfertigungsschalter nach Langkawi – alle leer. Nirgendwo steht jemand an. Wir sind verunsichert, schließlich gehören zu einer vernünftigen
Abfertigung am Flughafen lange Menschenschlangen. Freundlich winkt uns das Bodenpersonal heran. Wir benötigen nicht einmal die Tickets. Und schon sitzen wir im Flieger nach Langkawi. Dort gelandet kommen wir nicht weiter. Trotz Kaffee und geduldiges Warten – kein Transferfahrzeug. Was tun? Schließlich rufen wir per Handy das Hotel an. Anscheinend lag im Hotel eine andere Ankunftszeit vor. Wir werden gebeten, ca. 20 Minuten zu warten und siehe da, pünktlich fährt unser Wagen vor. Was für ein Luxus – automatische
Türöffnung, weißes Leder, Klima – die lange Wartezeit ist vergessen. Wir fahren ans andere Ende
der Insel. Unser Hotel ist das letzte an der Straße. Eingecheckt wird im Zimmer, alles ist individuell auf die Bedürfnisse des Gastes zugeschnitten. Alle Annehmlichkeiten warten darauf, von uns genutzt zu werden. Wir verbringen in diesem 5 Sterne Hotel sehr entspannte Urlaubstage.
Zimmer, Restaurant, Essen, Service, Strand – sind außergewöhnlich gut. Zum Schnorcheln allerdings
nicht geeignet. Langkawi bietet eine Fülle von Ausflugsmöglichkeiten. In erster Linie genießen wir jedoch die Ruhe und den umwerfenden Service. Nach den ersten Tagen totaler Entspannung kehrt langsam die Unternehmenslust zurück und so entschließen wir uns, doch noch 2 Ausflüge zu buchen. Und so buchen wir eine Bootsfahrt durch die Mangroven und fahren auf eigene Faust nach Kuta. Letzteres kann man gut weglassen, ersteres sollte man über einen dort
ansässigen Reiseveranstalter buchen und nicht über das Hotel, aber auf keinen Fall verpassen. So
vergehen die Tage und nach einem abwechslungsreichen Urlaub nehmen wir Abschied von einem Ort, an den wir gern zurückkehren möchten.
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