Langsam schweben wir über weite grüne Ebenen. Wasseradern glitzern in der Morgensonne. Keine Häuser, Fahrzeuge oder Menschen lenken unseren Blick ab.
 
Koloniale Gelassenheit empfängt uns bereits bei der Abfertigung. Hier wird immer nur ein Flugzeug in Empfang genommen. Wir stehen in einer übersichtlichen Menge und warten ... Nach einer Stunde halten auch wir Ausschau nach unserem Gepäck. Eine suchende Drehung in der Haupthalle und wir haben unseren Namen auf einer Papptafel entdeckt. Ein kurzes Hallo, dann noch schnell Geld gewechselt.
 
Während der Fahrt vom 45 km entfernten Flughafen nach Windhoek haben wir nicht das Gefühl, in einem Entwicklungsland angkommen zu sein: asphaltierte Straßen, gutdurchdachte Straßenführung, angemessene Beschilderung. Links und rechts hohes grünes Gras, Sträucher und Bäume. Die Vororte von Windhoek ähneln unseren Vororten, kleine Häuser mit beschaulichen Vorgärten. Je näher wir der eigentlichen Stadt kommen, um so häufiger sehen wir vor großen Häusern, Villen und Hotels Mauern, Stacheldraht und Elektrozäune. Vergleiche mit bekannten Fernsehbildern aus Kapstadt drängen sich auf.
 
Unser Gästehaus liegt wenige Minuten oberhalb des Stadtzentrums. Richtig  ober-halb. Nicht nur, dass Windhoek etwa auf Höhe des Brocken liegt, die Stadt scheint auch in die Hügel gebaut worden zu sein. Im Gästehaus empfängt uns das erstemal die Klassentrennung, die wir noch häufiger erleben sollen. Ein weißes Ehepaar aus Südafrika leitet das Olive Grove. Während wir darauf warten, unser Zimmer beziehen zu können, werden wir mit eisgekühlter Cola und Smalltalk verwöhnt. Die Atmosphäre ist von Beginn an einfach nur entspannt. Ausweis zum Einchecken? Kein Thema. Vorstellung erfolgt mit Vornamen. Wir sind zu erschöpft, um schon richtig angekommen zu sein, aber wir bekommen eine Ahnung des  Gefühls und freuen uns schon darauf. Nachdem die durchgängig schwarzen Angestellten unser Zimmer in Schuss gebracht haben, beziehen wir unser Heim für die nächste Nacht. Müde lassen wir uns nach der Zimmerinspektion in die Daunenkopfkissen sinken.
 
Am Abend müssen wir essen. Der Papierreiseführer empfiehlt Joe's Bierhaus. Das soll es sein. Gleich in der Nähe. Doch von einem Spaziergang rät man uns ab. Wir lassen ein Taxi bestellen und wollen erst einmal in die Innenstadt. Anhand des Papierreiseführers haben wir uns eine kurze Tour ausgesucht, die wir vor dem Abendessen noch zu schaffen hoffen. Also in die Fußgängerzone gegenüber vom Zoopark. Zusammengefasst sei gesagt, wir laufen an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei und müssen hin und wieder fragen. Die Vorstel-lung, die sich anhand der theoretischen Studien entwickelt hatte, stimmt nicht. Hier scheint alles miniaturisiert und so ist unsere Tour nach einer halben Stunde abgeschlossen. Da wir noch Zeit haben, lassen wir uns im Touristen-Cafe am Zoopark nieder. Hier ist es schattig und neben köstlichen Waffeln mit Eis und Kirschen gibt es Latte. Aus dem Lautsprecher tönt Grönemeyer.
 
Das Treiben auf den Straßen lässt langsam nach. Es ist kurz nach 17:00 Uhr. Die Geschäfte schließen jetzt, bevor es dunkel wird. Anscheinend bestimmt Kriminalität die Öffnungzeiten.
 
Wir werden unruhig, unser Taxifahrer, der uns hier abholen wollte, verspätet sich. Jedoch nach einer Viertelstunde ist er da und hat einen weiteren Fahrgast im Schlepptau. Auf geht's in Joe's Bierhaus. Man sollte es wirklich gesehen haben. Ein riesiges Gelände, links und rechts überdachte kleine Kneipen, in der Mitte eine Feuerstelle für kühle Abende und die offene Küche. Hier gibt's Wildgerichte aller Art. Bei soviel Fleisch reicht mir ein Salat. Die Bedienung ist nett und schnell, der Geräuschpegel hoch. Hierher kommen vorrangig Touristen und Namibier der Mittel- und Oberschicht. Aber das Ding ist einfach gerammelt voll. Erneut warten wir auf unseren Taxifahrer, er kommt, mit pünktlicher Verspätung. Den Abend lassen wir auf der Terrasse vor unserem Zimmer ausklingen. Es ist ruhig und warm. Es war ein langer Tag.
 
 
Die Wüste  (^nach oben^)
Nach einer unruhigen Nacht mit französischer Decke frühstücken wir am nächsten Morgen gegen 7:30 Uhr. Das Brot ist frisch gebacken, jedoch komplett ungesalzen. Die Wurst ist eindeutig ein Produkt deutscher Rezeptur und kann nur empfohlen werden. Das absolute Highlight sind jedoch die frischen, warmen Muffins.
Pünktlich um 8:30 Uhr werden wir abgeholt. Die Fahrt geht zum zentralen Büro der Wolwedans Corporation. Hier soll uns der
„Desert Runner", ein Kleinbus, mit den Guides der Wolwedans Unterkünfte in unser Camp bringen. Uns erwartet rege Geschäftigkeit und bis zur Abfahrt nehmen wir am Büroalltag teil. Dann ist es soweit. Wir dürfen ziemlich weit vorn in der Nähe der Klimaanlage sitzen. Die Fahrt wird ca. 5 h dauern und wir sind gespannt. Wir werden endlich die Wüste sehen.
Doch so leicht kommt man nicht in die Wüste. Erster Stopp an der Tankstelle. Tanken müssen wir zwar nicht, aber ein Kaffee tut es allemal. Der Kaffeeautomat verweigert mir jedes Entgegenkommen. Doch das durchweg nette Personal unterstützt mich tatkräftig. Bezahlt wird an der Kasse. Diese befindet sich jedoch hinter einem Panzerglasverschlag, was für leichte Verunsicherung sorgt. Ein paar Fotos und weiter geht's. Nun wird noch Frühstück gekauft. In einem kleinem Laden in einer kleinen Stadt. Wir benötigen nichts und nehmen die Gegend etwas in Augenschein. Bunte Häuser, saubere Straßen, ein ganz normaler Laden.
Es ist heiß, sehr heiß. Wir haben uns mit unserem Wasser gründlich verschätzt. Nach einer Stunde fahren wir an einem Laden in einem kleinen Dorf von der Straße. Ein großer Raum, beinahe leere Regale,  außer OMO Waschmittel nichts da,  kein Wasser. Nun gut, es wird schon gehen. In der
Schule nebenan dürfen wir die Toilette benutzen. Ich muss zahlen, mein Freund nicht. Sauber ist es auch hier, kein Vergleich zu unseren Schultoiletten.
 
Die Straßen zwischen den Häusern sind hier nicht asphaltiert. Wir sind schon ein gutes Stück von jedem städtischen Gedanken entfernt. Und nun beginnt die eigentliche Fahrt durch weites unbewohntes Land. Wir sehen die Zäune der Farmen. Riesige Gelände mit grünem Gras, Bäumen und
Sträuchern. Stundenlang verändert sich die Vegetation nicht. Wir fahren mittlerweile auf einer der Schotterpisten und wir sind allein unterwegs. Ein einziges Fahrzeug kreuzt unseren Weg. Es geht über trockene Flussläufe; Brücken gibt es hier nicht. Bei Regen heißt es warten. Aber es regnet nicht. Allmählich wird die Vegetation karger, Steine und Geröll häufen sich. Die Sonne steht hoch.
Eine Pause lässt uns verschnaufen. Und dann endlich. In der Ferne sehen wir die Ausläufer des Naukluft- Gebirges. Samtig schlängelt sich Sand in allen Farben über die Bergkuppen. Ja, dahin sind wir auf dem Weg. Plötzlich biegen wir ab und schauen uns sehnsüchtig um. Die Zäune links und rechts gibt es
nicht mehr. Das Gelände ist frei. Ein  paar Springböcke grasen friedlich unter dem nunmehr bleischweren Gewitterhimmel. Da regnet es auch schon. Wir biegen erneut ab, fahren einfach nach rechts ins Gelände. Der Weg besteht nur aus Reifenspuren. Wir sind noch eine Dreiviertelstunde unterwegs, bis wir die Rezeption des Camps erreichen. Wir hören einen Stromgenerator, irgendwo
wird gebaut. Wir sehen die Unterkünfte der Belegschaft und werden mit einem Eistee von Jürgen aus Bielefeld empfangen. Hier wird richtig eingecheckt, schon mal gefragt, ob es Allergien oder vegetarische Vorlieben gibt, Geburtstage oder andere Festlichkeiten zu berücksichtigen sind. Touren werden geplant. So weit lassen wir es nicht  kommen. Etwas zu essen und erst einmal ausruhen. Jürgen erkennt schnell, dass wir Ruhe suchen  und so bucht er kurzerhand unser Zelt nochmal um. Die nächsten 5 Nächte werden wir im letzten der 6 Zelte verbringen.
 
 
Im Camp  (^nach oben^)
Momentan sind wir etwas enttäuscht und ahnen nicht, was uns erwartet. Jürgen bringt uns persönlich zu unserem Zelt und regelt noch einen kleinen Imbiss. Wir sind nochmal 15 Minuten im Allradjeep unterwegs. Dann erst das Zeltcamp. Jürgen weist uns kurz ein,  keine Krabbeltiere zu befürchten, da das Zelt auf einer Plattform steht, Warmwasser über Solaranlage. Er bittet uns, umsichtig mit dem Wasser umzugehen. Eigenes Bad mit Dusche und Wasser-WC, 2 Waschbecken
und ein Einbauschrank. Dann verlässt uns Jürgen und wir kommen zu Atem. Den verschlägt es uns eigentlich gleich wieder. Es lässt sich kaum in Worte fassen. Dann kommt schon unser Imbiss. Wir hoffen auf ein Sandwich und bekommen Steak und Salat.
Wir sind beeindruckt und hauen richtig rein.
 
Was wir Abendbrot nennen, heißt hier Dinner und wird gegen 20:00 Uhr serviert. Der Weg zum Restaurant führt durch die Dünen. Die maximal 12 Gäste, die hier Unterschlupf finden sitzen an einer großen Tafel, die gleich neben der Küche steht. Das Holzgebäude ist in die Dünen gebaut und
unterteilt sich in Speisebereich und Lounge-bereich. Die komplette Front ist offen und auf der Terrasse lässt sich in bequemen Stühlen der Ausblick genießen. Die Einrichtung entstammt der Kolonialzeit und ist größten-teils authentisch. Es ist ausgesprochen gemütlich und nur Öllampen beleuchten die Tafel. Eine Feuerstelle für die kühlen Abende gibt es auch hier. Der kleine Platz vor dem Gebäude wird Abends mit mannshohen Fackeln beleuchtet. Wir sind heute die einzigen Gäste, in dieser Saison sogar die ersten.
 
Ein Koch, gekleidet wie in einem 5 Sternehaus, erklärt uns die Menüfolge, in Englisch und dann wird das komplette Menü nochmals vorgetragen in der Klicksprache der Sun und Nama. Die Sprache, die weltweit keine Verwandschaft mit irgendeiner anderen Sprache hat und immer weniger gesprochen wird. Für uns ein ganz besonderes Erlebnis, das wir an den nächsten Abenden immer wieder erleben  dürfen. 4 Gänge, kunstvoll angerichtet, schmeicheln unserem Gaumen. Kaum zu schaffen. Aber übrig gelassen wird hier nichts. Auf dem Rückweg hören wir das Grollen des nahenden Gewitters, sehen die Blitze und fühlen die schwüle Luft. Es war die richtige Entscheidung, in der Regenzeit hierher zu kommen!

Die nächsten Tage verbringen wir mit Ausflügen, die im Fullboard enthalten sind. Wir erkunden mit Guide John und Geländewagen die Umgebung und merken, Weite ist etwas, das wir bisher nicht gekannt haben. Die Ebenen scheinen zum Greifen nahe, die Berge bilden sich kristallklar gegen den blauen Himmel ab und je öfter wir unterwegs sind, desto stärker entfaltet sich die Magie dieses Ortes. Strauße, Springböcke, Oryx, viele Vögel, Zebras, so viele Eindrücke. Die Sonnenuntergänge kann man hoch oben in den roten Dünen mit Snacks und Getränken genießen. Die meisten Gäste sind für 1 oder 2 Tage hier und reisen dann weiter. Wir genießen Tag für Tag diesen Sonnenunter- gang. Die Farben Afrikas,  vorher von uns abgetan als reine Übertreibung, sind wahrhaftig etwas ganz Besonderes. Sie leuchten von Innen, schmeicheln dem Auge, lassen einem den Atem stocken.

Sossusvlei  (^nach oben^)
 
Bereits in Deutschland hatten wir einen Ausflug gebucht, der eigentlich vom Camp aufgrund der Entfernung nicht angeboten wird - Sossusvlei. Noch vor Tagesanbruch machen wir uns auf den Weg. Die Fahrt durch das Private Reservat ist aufregend. John ist wohl ein Rennfahrer,
jedenfalls in seinen Träumen. Da es hier nicht einen einzigen Zaun, dafür aber einen erheblichen, stetig wachsenden Wildbestand gibt, sind wir hinten im Wagen ziemlich angespannt und dann passiert es schließlich auch. Ein Springbock rennt uns beinahe in den Wagen. Nur wenige cm
fehlen. John fährt langsamer, jedenfalls eine Weile. Wir erreichen die Schotterstraße und fahren Richtung Sossusvlei. Da wir Licht zum Fotografieren benötigen, legt John wieder einen Zahn zu, um zur richtigen Zeit da zu sein. Kurz gesagt  ein Oryx steht verdächtig am Straßenrand und beinahe hält uns ein Achsbruch auf. Wir kommen heil an und Düne 45 wird erklet-tert.
Die kleinste zugängliche Düne im Naukluft Nationalpark. Die Fahrt geht weiter Richtung Deathvlei. Die Sonne steht unterdessen senkrecht am Himmel und der 1 km weite Weg vom Abstellplatz für die Fahrzeuge wird zur Qual, das Fotogepäck zerrt tonnenschwer an der Schulter. Das Vlei ist eine Senke, in der seit 500 Jahren abgestorbene Bäume von längst vergangenen Zeiten zeugen. Leider
haben die meisten Touristen relativ wenig Respekt und laufen quer durch die alten Bäume hindurch über die Pfanne. Der Rückweg gestaltet sich zum Überlebenskampf. Der helle Sandboden reflektiert das ohnenhin schon grelle Sonnenlicht, die gefühlte Temperatur beträgt 60 °C.  Erst beim anschließenden Picknick im Schatten einiger Bäume ist Kraft, die Landschaft in ihrer gesamten Schönheit wahrzunehmen. Der Begriff  Meer aus
Sand ist hier verwirklicht, weich schmiegen sich die riesigen Sandberge ineinander, schillern in den Farben ihrer Geburt. Bis zu 300 m hoch türmen sie sich auf, durch ihre sanften einladenden Anstiege gaukeln sie uns vor, eroberbar zu sein. Wir machen uns auf den Weg zurück ins Camp.
Ein kurzer Abstecher zum Sesriem Canyon lässt uns ahnen, wieviel Wasser hier fließen kann. Die überflutete Straße bestätigt das anschaulich. Spät kommen wir im Camp an. Andere Gäste noch später. Nach uns war die Straße so gut wie unpassierbar.
Die Ruhe hat uns wieder. Wir atmen erleichtert
durch. Der nächste Tag wird nur uns gehören. Wir verbringen ihn in uns ruhend, faulenzen auf der Terrasse vor unserem Zelt. Jeder Schritt wird in der Mittagshitze zum Kraftakt. Wir genießen jede Minute und warten auf das nachmittägliche Gewitter. Ein letzter Sonnenuntergang hoch oben auf den Dünen. Wir sind spät dran. John qält den Jeep bis an seine und unsere Grenzen. Wir schaffen es allerdings gerade so. Das Licht ist einzigartig. Leider tobt ein Sandsturm. Während die anderen
Arm in Arm der herabsinkenden Sonne zuschauen, beschließe ich, die Kamera trotz des Sturms auszupacken. Der Wind zerrt am Stativ und an meinen Sachen. Ich denke, es hat sich gelohnt. Später dann, nach dem Dinner ein letzter Blick in einen Sternenhimmel, der die Gewissheit fremden Lebens auf anderen Planeten verheißt, eine Kuppel voller leuchtender Punkte. Nun geht es bald weiter.
 
 
Der Flug  (^nach oben^)
Die kleine Chessna ist gelandet, wir stehen mit Gepäck bereits an der Startpiste, die gleichzeitig Landebahn ist. Misstrauisch beäuigen wir den 21 jährigen Dirk aus Südafrika, dänischer
Abstammung, der uns kurz erklärt, dass es unruhig werden könnte, wir uns aber keine Sorgen zu machen brauchen. Dann verstaut er das Gepäck und kramt aus einer kleinen Kühltasche Wasser und Cola. Es geht los. Wir fahren zwischen den links und rechts zur Hälfte verbuddelten Autoreifen die Sandpiste zur Startposition entlang. Er gibt Gas, alles schüttelt und rüttelt sich. Dann hebt er ab. Die Zebras unter uns
grasen friedlich, nur einige schauen nach oben, um einen Blick auf die Störenfriede zu werfen. Der Flug ist phantastisch -  quer über die Namib geht es Richtung Swakopmund. Wir können Sossusvlei sehen und die Nebelwand, die sich langsam gen Küste zurückzieht. Nach ca. 1 h beginnen wir mit
Landeanflug. Eine Durchsage an den Tower spart sich Dirk, die Kollegen seien beim Mittagessen. Problemlos landen wir gleich neben dem Ausgang. Wie immer erwartet uns ein Fahrer und nach 5 Minuten stehen wir mit unserem Gepäck vor dem Swakopmund Hotel.
 

Swakopmund  (^nach oben^)
Ein ehemaliger Bahnhof, mit Liebe zum Detail restauriert. Bereits zu Hause hatten wir darum gebeten, ein Zimmer im 1. OG, ruhig gelegen mit Terrasse zum Innenhof zu bekommen. Und  so beziehen wir unser Zimmer. Das Gepäck nur abgestellt, den Tresor in Betrieb genommen und jetzt das Hotel erkunden. Insbesondere das Restaurant wollte besichtigt werden. Zu unserer Freude trafen wir hier „alte Bekannte". Ein Paar, dass wir in Wolwedans schon begrüßt hatten. Wir essen gemeinsam und lästern ein wenig über die anderen Gäste Wolwedans. Sie sind mit dem Mietwagen auf einer Selbstfahrertour und haben leider wenig Zeit in Swakopmund. So finden wir keine Gelegenheit, uns noch einmal zu treffen. Leider tauschen wir auch keine Adressen aus und wissen
nicht, wie ihre weitere Reise verlaufen ist, schade, die wenige Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben, ist uns immer noch gegenwärtig.

Da wir 5 Nächte in Swakopmund bleiben werden, haben wir Zeit, die Stadt gemächlich zu erkunden und den einen oder anderen Ausflug in die Umgebung zu machen. Von späten Spaziergängen an der Strandpromenade wird uns abgeraten. Also wählen wir wieder mal anhand unseres Papierreise -führers den Weg ins Zentrum. Swakpmund ist eine eher typisch deutsche Küsten-kleinstadt. Viele der während der Kolonialzeit errichteten Häuser sind erhalten und zum Teil liebevoll restauriert worden. Am Ankerplatz zu Füßen des Damarra-Towers finden wir ein kleines Kaffee, in das wir ab
heute täglich zum Latte einkehren werden. Die beiden Kellnerinnen Joan und Michelle wachsen uns ans Herz. Wir ersteigen den Damarra-Tower und haben einen schönen Blick über die Stadtgrenze hinaus in die Wüste. Peters Antiquladen erwartet uns am nächsten Tag. Wir stellen fest - zu deutschnational.  Abends kehren wir in Erichs Restaurant ein, wir haben vorsorglich reser-viert. Dieses Restaurant hat Weltklasse. Ein Deutschsüdwester in 3. oder 4. Generation ist hier Chef und viele Namibier kellnern, um das Wohl der Gäste bemüht. Das Essen ist ein Genuss und wir bedauern, noch andere Restaurants ausprobiert zu haben. Aber wir treffen Erich am 3. Abend wieder. Am nächsten Tag stehen das Cafe Treffpunkt in nostalgischem DDR-Ambiente und Schwarzwälder Kirsch auf dem Programm. Unser Weg führt uns am Swakopmund Museum vorbei. Ein Blick kann ja nicht schaden. Das Museum finanziert sich ausschließlich aus privaten Spenden und ist auch auf die private Initiative der Nachkommen der ehemaligen deutschen Kolonialisten zurückzuführen. Was viel wichtiger ist, es ist unbedingt zu empfehlen.  Wir nehmen sehr viele Informationen und einen nachhaltigen Eindruck mit. Ein Museumsbesuch, der richtig Spaß macht und einige Überraschungen bereithält.
Auf der Wiese vor dem Museum treffen wir auf Unerwartetes. Eine Gruppe Himba macht es sich mit Kind und Kegel gemütlich. Die Himba leben eigentlich ca. 700 km nördlich von hier und wir hatten nicht zu hoffen gewagt, sie überhaupt zu sehen. Die Wege sind in Swakopmund kurz und die Kamera schnell vor Ort. Die Waren liegen ausgebreitet vor den Frauen. Verhandelt wird durch den Mann, die Kinder tollen wild herum oder hängen an Mamas Brust. Alle sind mit traditionellem Schmuck gekleidet, die Frauen mit einem Lendenschurz, die Männer tragen noch T-Shirt. Ansonsten sind sie nackt. Ihre Körper schillern durch die Paste, mit der sich alle Himba einreiben, rötlich. Das Haar ist mit Lehm verkrustet. Hier muss für jedes Foto bezahlt werden. Also kaufen wir einige authentische Stücke, die wir bereits im Museum gesehen haben und deren Verwendung uns nun bekannt ist. Dann darf ich fotografieren. Irgendwann haben die Himba auch ihren Spaß daran. Nach
einer aufregenden Stunde verabschieden wir uns. Heute Abend essen wir im Swakopmund Brauhaus. Die Bedienung spricht natürlich deutsch. Das Essen ist sehr rustikal, die Teller biegen sich wohl unter der Menge, allerdings nicht unter dem Geschmack. Die Stimmung ist urig. Gut, dass wir reserviert haben, gegen 20:00 Uhr ist jeder Platz besetzt.
 
Nach dem Frühstück entdecken wir die Touristeninformation. Groß, hell, voller Informationsflyer und T-Shirts. Alles wirkt aufgeräumt und modern. An einem der Schreibtische nehmen wir Platz. Wir erklären in Englisch unseren Wunsch  und werden in Deutsch bestens bedient. Wir möchten einen Ausflug nach Walvis Bay machen. Das Hotel konnte uns nur unzulänglich weiterhelfen. Hier jedoch wird unser Wunsch hinterfragt und alles möglich gemacht. Schnell ist ein Ausflug für den nächsten Tag verabredet. Wir fühlen uns wohl und gut aufgehoben. Wer die Umgebung von Swakopmund individuell erkunden möchte, sollte unbedingt die Touristeninformation aufsuchen. Besser kann man nicht umsorgt werden. Wir reservieren noch schnell für den Abend einen Tisch bei Erich und suchen unseren Stammplatz in Pandoras Box am Ankerplatz auf. Wir lassen Touristen, Namibier und die Zeit vorbeiziehen, während wir genüsslich unseren Latte schlürfen.
 
 
Walvis Bay  (^nach oben^)
 
Es ist Mittag. Wir warten auf unseren Guide. Dann kommt der Kleinbus. Hans-Dieter steigt aus. Alter irgendwo zwischen 70 und 100. Seine
Familie lebt schon seit Generationen hier. Auch hinter ihm liegt schon eine lange Zeit. Zuerst bietet
er uns die Möglichkeit, im Atlantik zu baden. Ich verzichte, einfach zu kalt. Dann gehts weiter Richtung Walvis Bay. Die Straße ist asphaltiert und gut ausgebaut. Wir sind schnell an der Lagune. Leider ist gerade nicht die richtige Zeit, um tausende von Flaminigos und Pelikanen zu bestaunen. Die schauen erst auf einen Kurzaufenthalt im Dezember vorbei. Es ist trotzdem beeindruckend. Das Meer stößt direkt auf die Dünen und bei Ebbe erkennen wir Skelette von
Robben und Fischen. Leider kehrt ausgerechnet heute der Nebel schon früh vom Meer zurück und
die Sicht- und Lichtbedingungen werden immer schwieriger. Wir halten noch ein paar mal an der Küste und Hans-Dieter weiß viel und interessant über Namibia zu erzählen. Es ist ein schöner Ausflug, bei dem wir, wenn auch nicht so viel sehen, doch einiges lernen. Die Sonne scheint. Es ist ein warmer strahlender Morgen. Schon zeitig genießen wir auf der Terrasse den ersten Morgenkaffee bevor wir frühstücken gehen. Nach dem Frühstück lassen wir es uns nochmal richtig gutgehen und schlafen bis zum Mittag.  Ist ja schließlich Urlaub.
Im Anschluss bummeln wir noch ein letztes Mal durch die Innenstadt und besuchen das Aquarium. Es ist klein und übersichtlich, ein wenig runtergewirtschaftet. Am Nachmittag schlürfen wir wieder   am Ankerplatz unseren Latte. Auf dem Rückweg zum Hotel entdecken wir noch einen Laden, in dem wir uns und unseren Lieben Andenken in Form von T-Shirts kaufen. Die Inhaberin freut sich, wieder ein paar Worte Deutsch sprechen zu können und erzählt uns einiges über das aktuelle Leben in Swakopmund. Es ist schon spät und wir verabschieden uns. Ein kurzer Zwischenstopp im Hotel  und wir machen uns auf den Weg zu dem Restaurant, das wir uns für heute ausgesucht haben. Ich probiere einfach mal Krokodil.  Das allerdings hat die nächsten 2 Tage immer noch erhebliche Auswirkungen.
 
Die Koffer sind gepackt und wir stehen an der Rezeption. Wir wollen das Zimmer um einige
Stunden verlängern, da unser Transfer zum Bahnhof erst um 14:00 Uhr gehen wird. Mit einem Augenzwinkern erhalten wir kostenlos das Zimmer gegenüber. Hier habe ich Gelegenheit, noch ein paar Ansichten festzuhalten, die ich ansonsten nicht hätte mitnehmen können.
 

Desert Express  (^nach oben^)
Der Bahnhof besteht aus einem langen Bahnsteig. Der Zug ist schon da, ganze 7 Gäste inkl. uns werden sich mit dem Desert Express auf den Weg nach Windhoek machen. Express ist hier
irreführend. Mit einem Zwischenstopp und nächtlichem Stand sind wir eineinhalb Tage unterwegs. Der Zug ist schon mächtig runtergekommen. Man merkt deutlich, dass es sich um ein staatliches Unternehmen handelt. Die Besatzung ist gequält bemüht. Die Fahrt selbst hat unzweifelhaft ihren Reiz. Da Namibia so wenig besiedelt ist, ziehen die Landschaften gemächlich mit all ihren unterschiedlichen Vegetationszonen farbenprächtig an uns vorbei, ohne störende Betonklötze oder Industrienlagen. Saubere Scheiben würden den Genuss sicher noch erheblich steigern. Ein Stopp am Nachmittag lädt
zu einem Spaziergang ein und es tut gut, sich ein bisschen die Beine im Gelände zu vertreten. Das Abendbrot ist abgezählt. Die Nachspeise können wir uns nicht  aussuchen. Die Tischdecken haben den einen oder anderen Fleck. Da in mir das Krokodil vom Vorabend noch präsent ist, halte ich mich mit allem zurück. Die Nacht in den engen Kojen ist unruhig. An Schlaf nicht wirklich zu denken. Wir sehnen den Morgen herbei, um uns beim Frühstück zu stärken. Da der Kaffee, der serviert wird, möglicherweise der dritte Aufguss ist, ziehe ich Tee vor. Nur noch zwei Stunden, dann werden wir bereits in der Nähe von Windhoek zu einer Safari abgeholt, die uns Gelegenheit geben
wird, an einer Löwenfütterung teilzunehmen. Es ist ein schöner und aufregender Ausflug, der uns auch zu eine Erfrischung auf eine Range einlädt. Es ist ruhig und friedlich und verwir-rend. Dass es nur noch wenige km bis zur Hauptstadt sein sollen! Noch zwei weitere Stunden im engen Abteil, dann sind wir erlöst. Die Zugfahrt hat uns leider nicht das erhoffte Afrikaflair gebracht, es ist nicht einmal eine preisgünstige Variante, um von Swakopmund nach Windhoek zu gelangen. Aber auf jeden Fall eine sehr entspannte.
 
 
Windhoek  (^nach oben^)
 
Im Bahnhof in Windhoek werden wir bereits erwartet. Es ist schön, wieder im Olive Grove zu sein. Diesmal erhalten wir ein anderes etwas größeres Zimmer und freuen uns auf die zwei verbleibenden Tage. Da das Olive Grove auch einen Wellness Bereich und einen Pool hat, verbringen wir den Nachmittag am Pool und reflektieren unsere Erlebnisse. Es stellt sich bereits Abschiedsstimmung ein. Da wollen wir heute Abend noch einmal im Gästehaus essen.
 
Der nächste Morgen empfängt uns mit Sonnenschein und wir beschließen, das viel gepriesene Craftcenter in der Innenstadt zu besuchen. Wir nehmen ein Taxi, da wir nicht genau wissen, wo es ist und verabreden mit dem Taxifahrer, wann er uns wieder abholen kann. Wir verbringen
beinahe den ganzen Tag dort. Es ist ein schönes altes Haus mit mehreren Etagen und allem Kunsthandwerk, das Namibia zu bieten hat. Auch Künstler und Goldschmiede stellen ihre Arbeiten hier aus. Daher haben einige Räume Galeriecharak-ter. Da uns das Cafe im 1. OG zu voll und laut ist, versuchen wir den Hinterausgang und entdecken einen Innenhof mit verschiedenen Werkstätten und kleinen Souvenirläden, in denen sich prima handeln lässt. Hier ist auch eine kleine Weberei, die zu besuchen sich unbedingt lohnt. Früher war die Karakulschafindustrie ein Hauptwirtschaftszweig Namibias. Damals hat man allerdings auch die Wolle der Lämmer zu Kleidung verarbeitet. Seit Tierschützer weltweit dagegen protestiert haben, ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. Nun-mehr werden schon seit Jahrzehnten aus der Wolle der Altschafe Teppiche gefertigt, in Handarbeit. Es ist mittlerweile ein hartes Geschäft, gibt aber den Namibiern, ins-besondere den Frauen ein Einkommen. Die Inhaberin und Geschäftsführerin ist eine ehemalige
Berlinerin und erzählt einiges über Namibia  und die Verhältnisse, in denen die Farbigen leben. Bevor man hier seine Kamera auspackt, sollte man fragen! Wer Interesse hat, einen original und handgearbeiteten Karakulschafteppich sein Eigen zu nennen, kann auch direkt online bestellen und seinen Wunsch in Form einer Skizze oder eines Bildes gleich mitschicken.
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