Portugal - Geschichte im Überfluss

 
Ankunft
 
Was für ein moderner Flughafen! Porto hat sich nicht lumpen lassen. Bereits automatische Biometrische Scanner sind vorgerüstet, wenn auch noch nicht im Einsatz. Wir staunen!
Es ist gegen 14:00 Uhr und unser erster Gang führt zur Touristeninformation in der Halle des Flughafens. Wir erhalten einen Plan und auch schon die Metrotickets. Kurz links, mit der Rolltreppe nach unten, schon sind wir auf dem Bahnsteig. Hier fährt nur eine Linie, also können wir auch nichts falsch machen - nur wie entwertet man die Tickets. Wir fragen und werden das erstemal mit der portugisischen Hilfsbereitschaft konfrontiert. Die Papiertickets enthalten einen RFID-Chip. Somit können sie immer wieder aufgeladen werden an einem der zahlreich auf den Bahnhöfen stehenden Automaten. Die Fahrt mit der Metro dauert ca. eine halbe Stunde. Die Vororte von Porto vermitteln nicht nur Lebenslust und Wohlstand. Verfallene Katen zeugen auch von Armut. Wir fahren wie uns geheißen bis zur Station Trindade. Hier stehen wir nun auf dem Platz vor der Station und wissen nicht wohin. Außerdem sind wir viel zu warm angezogen. Es ist heiß. Ein kurzer Blick in die Runde und wir entschei-den uns für den Weg, der abwärts führt. Es ist die richtige Wahl. Nach ca. 200 m stehen wir vor einem riesigen Platz im Zentrum Portos. Nach weiteren 500 m stehen wir vor unserem Hotel Pension Dos Aliados. Komisch, im Internet steht "Hotel". Wir checken ein. Die Zimmer entsprechen so gar nicht unserer Erwartung. Ein großer Altbau,
restauriert, imposant. Und nun ein kleines verwinkeltes Zimmer mit abgewohnten, zum Teil defekten Möbeln und hellhörigen Wänden, die Zeltwandcharakter haben. Ein kleines Bad mit Badewanne und Bidet.
Aber wir sind neugierig auf die Stadt und lassen uns nicht abschrecken. Aufgrund der nur kurzen Anreise fühlen wir uns fit genug, uns gleich einen Überblick zu ver-schaffen. Den Reiseführer eingepackt und los gehts. Erst muss ein portugiesischer Kaffee her. Ein kleines Cafe ist schnell gefunden. Nachdem wir uns gestärkt haben erweitern wir unseren Einzugssbereich und entdecken die kleinen Gassen, das alte Kino, die Straßenbahn und den wunderschönen Bahnhof. Es ist mittlerweile schon spät am Nachmittag und wir kehren ins Hotel zurück. Nur ein kurzer Aufenthalt, denn die portugiesische Küche lockt zum Abendessen. Wir irren also quer über den Platz, studieren
die Abendkarten hier und da und dann fällt die Wahl doch auf Altbekanntes - McDonald's. Ein Gläschen Portwein danach in einer benachbarten Snackbar. Der Wind frischt auf und es wird empfindlich kühl. Wir belassen es dabei und freuen uns auf den morgigen Tag.
 
 
Porto - Kirchen und monumentale Bauten  (^nach oben^)
 
Nach dem Frühstück für Begnügsame zieht es uns in die Stadt. Wir durchstreifen kreuz und quer die Gassen und Einkaufsstraßen, folgen der Straßenbahn und erfrischen uns in einigen der zahlreich vertretenen Snackbars. Der Bahnhof von Sao Bento ist nicht nur äußerlich sehr schön rekonstruiert. Auch innen wurden mit viel Liebe zum Detail die Azulejos (bemalte Fliesen) saniert. Er ist wirklich sehenswert. Unser Weg führt uns weiter zum alten, schon kaum noch erkennbaren Jugendstilkino. Es ist trotzdem eine Augenweide und wir können es uns in seinen besseren
Tagen vorstellen. Wir schlendern weiter, vorbei an unzähligen kleinen Geschäften. Uns zieht es zu
Kaffee und Kuchen in Cafe Majestic, geöffnet seit 1921. Hier hat J. K. Rowling die Abenteuer Harry Potters erfunden. Der Schokoladenkuchen ist ein Gedicht. Wir genießen das traditonsreiche Flair und den sehr guten Service. Bergauf geht es zurück. Wir wollen noch einen Blick in die Igreja Sao Francisco werfen, müssen aufgrund einer Hochzeit unser Vorhaben auf den nächsten Tag verschieben. Wir lassen uns mit dem Strom der Menschen die Rua das
Flores bis zum Placa da Liberdade zurücktreiben und erfrischen uns in der von uns bevorzugten
Snackbar an der Avenida dos Aliados. Es ist bereits Nachmittag und bis zum Abendessen ist Zeit für Erholung.
 
Heute Abend soll es dann etwas typisch Portugiesisches sein. Zu guter letzt landet gebratener Fisch, frisch und schmackhaft zubereitet, auf unseren Tellern. Ein Gläs-chen Portwein rundet das Mahl ab. Wir sitzen an einer belebten Straße und lassen die Menschen vorbeiziehen. Nun
stellt sich tatsächlich Urlaubsstimmung ein.
 
Das Frühstück ist schnell hinter uns gebracht. Heute führt uns der erste Weg ins alte Universitätsviertel. Wir erklimmen die 200 steilen Stufen bis in die 76 m hoch gelegene Turmspitze der Igreja dos Clerigos. Schade, dass es
etwas diesig ist. Dennoch ist der Anblick Portos von so hoch Oben eine bleibende Erinnerung. Wir pilgern weiter zum alten Universitätsgebäude, hier sind Restau-rateure zu Gange. Ein Besuch der ältesten Buchhandlung Portos steht aber noch auf dem Programm. Auch wenn wir auf Einkäufe verzichten, so ist das Ambiente ein ganz besonderes Erlebnis. Wir schnaufen erneut hinauf zur Igreja de Sao Francisco. Diesmal haben wir Glück, uns wird Eintritt gewährt. Barocker Prunk überlastet das Auge. Wir sind eindeutig Kunstbanausen und machen uns schnell davon. Wir nutzen den "Schneckengang" durch das Ribeiraviertel, durch das wir
eigentlich nicht gehen sollen, und landen zufällig an der Igreja dos Grilos. Wir verzichten auf eine Besichtigung und
suchen uns ein gegenüberliegendes kleines Restaurant für unseren Mittagstisch aus.
 
Hier passiert es dann auch. Von der Wirtin überredet probieren wir das portogiesische Nationalgericht - Cozido a portuguesa. Ich beschränke mich auf den Reis und nehme Abstand von Speckkrappen in Würsten, Schweineschwänzen und allerlei Fett unbekannter Zuordnung. Wir zahlen und machen uns weiter durch enge Wohngassen hinunter zum Rio Douro. Hier strahlt die Sonne, am gegenüberliegenden Ufer sind die Lagerhäuser der Weinhändler zu sehen. Ein Restaurant am anderen prägt das bunte Bild der Ribeira. Wir hätten hier essen sollen. Auf dem Rückweg gestatten wir uns einen kleinen Umweg am Börsenpalast vorbei. Wir gehen nicht hinein, bestaunen aber den altrosa Prunkbau gebührend von außen.
 
Den letzten Abend verbringen wir im exklusiven Restaurant direkt neben dem Hotel. Als anerkanntes Welterbe der Unesco ist die Altstadt Portos eine Reise wert.
 
 
Coimbra - Universitätsstadt am Rio Mondego  (^nach oben^)
 
Wir marschieren zum Sao Bento. Wir möchten mit dem Zubringerzug zum Verteilerbahnhof. Von dort geht es dann nach Coimbra.
Die Fahrkarten sind schnell gekauft. Luxus - wir fahren 1. Klasse. Das Zugfahren ist hier ausgesprochen preiswert. Wir haben Zeit und können uns den historischen Bahnhof nochmal in aller Ruhe ansehen. Dann steigen wir in den Zug. Nach einer Viertelstunde sitzen wir auf einem anderen Bahnhof und trinken Kaffee. Gleich geht es weiter. Die Fahrt nach Coimbra ist nicht so spektakulär, wie wir es uns erhofft haben. Aber die erste Klasse ist leer und bequem. Das Wetter ist diesig und die Sonne kommt nur langsam durch, so zieht die Landschaft vornehmlich Grau in Grau an uns vorüber.
Coimbra B. Wir müssen aussteigen. Von Coimbra B und A wissen wir nichts. Es dauert eine Weile, bis wir das System durchschaut haben -
Coimbra A ist der Stadtbahnhof, Coimbra B der Bahnhof für die Vororte und Verbindungsbahnhof zu anderen Städten. Wir also in den nächsten Zug Richtung Coimbra A gesprungen. Wir atmen immer noch schnel-ler, als wir 4 Minuten später in Coimbra aussteigen. Es ist hier deutlich wärmer als in Porto und obwohl erst Mittag, viel zu warm, um mit Gepäck durch die Stadt zu laufen und nach dem Hotel zu fragen. Wie in Porto schaut sich erst einmal einer von uns um. Und wir haben Glück, das Astoria ist nur ca. 100m entfernt. Wie Porto ist auch Coimbra in die Berge und Hügel gebaut und wir sind auch hier froh, mit dem Gepäck nicht bergauf zu müssen. Traditionell und gediegen erzählt es von alten vergangenen Zeiten. Wir erhalten ein schönes Zimmer mit Blick auf die sich in den Berg schmiegende Altstadt, gekrönt vom alten Universitätsgebäude.
Da das Hotel nur durch die Hauptstraße von der Uferpromenade getrennt ist, bummeln wir hier ein wenig entlang und stoßen nach ein paar Metern auf einen Italiener. Hier lassen wir uns nieder und mit Eis und Milchkaffee verwöhnen. Die Sonne geht langsam unter und es wird spürbar kühler. Vor dem Abendessen in der Altstadt holen wir noch schnell unsere Jacken. Auch hier spielt sich das Leben auf der Straße ab. Wir besetzen an einem der Restaurants am nahegelegenen Platz einen Tisch und probieren - nein, kein portugiesisches Nationalgericht - Pizza. Gegen 22:00 Uhr zieht es uns ins Hotel. Mit einem entspannenden Blick auf die Lichter der Altstadt Coimbras schlafen wir ein.
 
 
Coimbra und die alte Bibliothek  (^nach oben^)
Nach einem sehr guten Frühstück sind wir gestärkt auf den Beinen. Coimbra gilt es zu erleben. Auch wenn mehrere Sehenswürdigkeiten um unsere Aufmerksamkeit buhlen - hier ist es nur die Universidade Velha mit ihrer berühmten Bibliothek, die uns in ihren Bann ziehen soll. Wir riskieren den Anstieg. Und der ist steil. Aber der Weg lohnt sich. Nach ausgiebiger Pause auf dem Uni- Gelände mit Pausenbrot und Wasser erwerben wir die Karten für die Bibliothek. Einlass ist hier nur jede halbe Stunde. Wir verpassen den Einlass um wenige Minuten. Aber das macht nichts. Die Universität ist ein wahrer Augenschmaus und die Vorstellung, wie hier vor 100 Jahren studiert wurde, nicht fern. Wir besuchen die Cafeteria und als arglose Touristen, die in jeden Winkel kriechen müssen, entdecken wir auch die Terrasse mit Blick über den Rio Mondego. Hier lässt es sich bei einer Cola und leisen Gesprächen gut aushalten.

Die Bibliothek mit ihren über 250.000 Bänden, von denen die meisten in Kellern gelagert werden ist ehrfurchtgebietend. Leider wird der farbige Marmorboden von einem roten Teppich geschützt, so dass seine Pracht nur zu ahnen ist. Über mehrere Etagen in zum Teil goldverzierten
Regalen befinden sich Bücher aus einer Zeit, in der diese noch handschriftlich vervielfältigt wurden. Links und rechts kleine Studierzimmer mit Tisch, Stuhl und einem Fenster. Wie schön wäre es, eines dieser Bücher in die Hand nehmen zu können, den Duft der Zeit zu atmen und über das vergilbte knisternde Papier zu streichen. Selbstverständlich ist das nicht gestattet, aber der Gedanke ...
 
Auf dem Rückweg reservieren wir noch für heute Abend einen Tisch im Studentenrestaurant O Serenata für 19:00 Uhr und ziehen uns für ein Päuschen ins Hotel zurück.
 
Da wir die Innenstadt noch erkunden wollen, bleibt nicht viel Zeit. Am Nachmittag sind wir wieder abmarschbereit, da passiert es. Während ich hektisch und misstrauisch meinen Geldbeutel im Koffer verstaue, entgeht mir, dass in diesem Geldbeutel auch der Kofferschlüssel steckt. Zu spät. Koffer zu. Während ich mit einer Nagel-feile das Kofferschloss erfolglos bearbeite, geht der Fernseher kaputt. Eigentlich keine Tragödie, aber Nachrichten und Wetterbericht sind doch hin und wieder hilfreich. Der nette Concierge hilft jedoch mit richtigem Handwerk aus. So befreie ich mit seiner Hilfe und einer Eisensäge meinen Geldbeutel und andere Kleinigkeiten aus dem Koffer, einen neuen Fernseher gibt es auch. Nun aber los.

Solange die Geschäfte noch geöffnet sind be-steht auch die Chance, ein neues Koffer-schloss zu ergattern. In einem chinesischen Krimskramladen werden wir fündig und haben jetzt noch Zeit, ein paar Runden durch die Gassen der Altstadt zu drehen. Wie schon in Porto könnte ich stundenlang vor den Bäckereien stehen und würde am liebsten alle Leckereien ausprobieren. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass Geschmack und Aussehen nicht immer, eher in den seltensten Fällen übereinstimmen, und so belasse ich es beim Bewundern der süßen Kunstwerke.
 
Pünktlich 19:00 Uhr stehen wir vor dem Restaurant. Öffnungszeiten sind nicht angeschlagen und so verwundert es uns, vor verschlossener Tür zu stehen. Nach hartnäckigem Rütteln an der Klinke wird die Tür jedoch durch einen Kellner geöffnet. In einer halben Stunde könnten wir wiederkommen. Gut, wir haben ja Urlaub. Noch hier und da geschaut und zurückgekehrt. Ja also, dann doch erst um 20:00 Uhr meint er. Wir weisen darauf hin, dass wir bei seiner Kollegin reserviert haben - es bleibt bei 20:00 Uhr. Völlig ausgehungert okupieren wir um 20.00 Uhr den uns zugewiesenen Tisch. Das Ambiente ist urig und schnell füllt sich das Restaurant. Wir probieren die Spezialität Coimbras - chanfana. Gulasch aus Zicklein. Wir können es empfehlen. Wir krönen den Abend mit Espresso und Wein. Morgen reisen wir weiter.
 
 
Lisboa - groß und laut  (^nach oben^)
 
2h erster Klasse haben uns nach Lissabon gebracht. Hier empfängt uns Großstadtflair und wir sind leicht desorientiert. Es dauert bis wir Fahrkarten ergattert und die richtige Metro herausgefischt haben. Da unser Hotel etwas außerhalb am Parque de Pombal liegt, müssen wir 8 Stationen fahren. Die Metro-stationen sind auch hier ausgesucht sauber und liebevoll inszeniert. Es macht Spaß durch die Stationen zu fahren. Wir stehen auf dem großen Platz, Kreisverkehr. In welche Richtung müssen wir? Ein Blick in die übersichtliche Karte genügt. Links hinauf! Ich sehe den steilen Anstieg und verweigere mich. Es ist heiß und der Koffer zerrt am Arm. Kommt also gar nicht in Frage, egal, wie kurz der Weg ist. Wir nehmen ein Taxi. Das Hotel ist ein unansehnlicher Kasten. Aber das Interior überrascht. Naturstein-boden, elegante Einrichtung. Wir checken ein und beziehen auch hier ein Zimmer in luftiger Höhe. Zimmer trifft es nicht ganz, Hut-schachtel wäre eher eine angemessene Bezeichnung. Es ist sehr klein, kaum Platz für uns und die Koffer. Dafür mit Balkon und einem angenehmen Blick über den Park. Wir ruhen uns aus. Später fragen wir nach Restaurants in der Nähe,  müssen jedoch ein wenig laufen und stoßen auf eine Snackbar, in die wir in den nächsten Tagen öfter einkehren.
 
Der erste Tag in Lisboa liegt nun hinter uns und ein wenig Unsicherheit, ob wir in dieser großen Stadt unser Programm schaffen, schleicht sich ein. Für uns Anlass, unseren Plan nochmal zu überdenken und eine Entscheidung zu treffen.
 
 
Lisboa - Geschichte und Moderne  (^nach oben^)
 
Das ausgezeichnete Frühstück entschädigt uns für die Nacht in dem kleinen Zimmer. Heute laufen wir zuerst zum Rossio. Ca. 40 Minuten Fußweg mit Fotogepäck bergab. Die Avenida Liberdade ist die zentrale Verbindungsstraße zum Thejo. Wir verschnaufen und werfen einen Blick in die zentral gelegene und größte Touristeninformation in Lissabon. Hier erfahren wir auch, dass es Tagestickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel gibt und welchen Knopf wir am Automaten drücken müssen, um diese zu erhalten. Wir sind an der Grenze zum Bairro Alto und nutzen die Nähe,
uns hier umzusehen. Große alte Gebäude, meist restauriert, machen die engen Straßen fast zu Gassen. Wir beobachten von einem Straßencafe aus das rege Treiben und lassen uns die warme Sonne ins Gesicht scheinen. So lässt sich Lissabon aushalten.
 
Wir laufen kreuz und quer und stoßen auf den Aufzug, der die Unter- mit der Oberstadt verbindet. Heute haben wir aber keine Lust, die Oberstadt zu erkunden und verschieben das Erleb-nis auf den nächsten Tag. Wie angepriesen fahren auch wir mit der Straßenbahn. Ersteinmal mit der Linie 12 zum Castillo. Durch enge Gassen geht es quietschend hinauf. Es ist kein Platz für Straßenbahn und Autos, so wird viel rangiert. Aber Hektik kommt nicht auf. Die letzten Schritte sind zu Fuß zu absolvieren. Vorher bestaunen wir den schönen Blick über die Stadt. Eine Besichtigung des Castillos sparen wir uns. Es sind nur noch die Grundmauern erhalten, alles andere ist mehr schlecht als recht restauriert. Aber das kleine Wohnviertel ist einen Streifzug wert. Hinunter fahren wir mit der Linie 28. Sie soll uns gleich einen größere und bequeme Stadtbesichtigung ermöglichen. Wir steigen aus in Baixa und stolpern eher zufällig über das Cafe Brazilia, mit seiner bronzenen Figur von Fernando Pessoa. Massenabfertigung. Wir schauen uns im benachbarten H&M die Deckenmalerei an, der vergoldete Fahrstuhl ist leider nicht zu besichtigen. Auf Shopping haben wir keine Lust und fahren zurück ins Hotel. Am Abend suchen wir erneut "unsere"
Snackbar auf und finden in langen Gesprächen einen Tagesabschluss.
 
 
Lisboa - Blick von oben  (^nach oben^)
 
Zielstrebig nehmen wir die Metro bis zum Rossio. Hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Fahrstuhl. Ein Monstrum aus Eisen, dem Pariser Eiffelturm nachempfungen. Wen wunderts, war doch der Bauherr ein Schüler Eiffels. Wir müssen ein wenig anstehen,bevor wir die geräumige original erhaltene Kabine betreten können. Dann geht es aufwärts. Nur wenige Minuten und wir überqueren oben angekommen den Übergang zur Oberstadt. Hier ist es wesentlich kühler und windiger als in der Unterstadt. Wir  schlürfen Kaffee und bewundern den Blick auf Lissabon und stellen fest, in dieser Stadt wird viel gebaut. Überall stehen Kräne, sind Fassaden durch Gerüste geziert oder mit Planen verhängt. Wir verweilen
bis zum Mittag und essen eine Kleinigkeit. Mit der Standseilbahn geht es in kurzer Fahrt fast direkt bis zum Rossio hinunter. Wir kehren früher ins Hotel zurück.
Mit der Metro fahren wir bis zur Station Rosario. Für unseren letzten Abend in Lissabon haben wir uns das Casa do Alentejo ausgesucht in der Rua das Portas de Santo Antao. Die Rua das Portas de Santo Antao ist eine "Fressmeile". Restaurant an Restaurant. Kellner werben mit Spezialitäten und guten Preisen. Beinahe laufen wir am Haus mit der Nummer 58 vorbei. Es macht aber auch einen ziemlich verfallenen unter heruntergekommenen Eindruck. Ein Stadtstreicher bemerkt unser Zögern und bittet uns nachdrücklich herein. Wie überrascht wir sind. Fliesen, wunderschöne Fresken, ein Springbrunnen - wirklich eine Kostbarkeit. Das Restaurant selbst
entspricht nicht ganz unseren Vorstellungen, zumal wir bei dem warmen Wetter auch gern draußen sitzen säßen. Nach unseren gemischten Erfahrungen mit der portugiesischen Küche nehmen wir an einem der zahlreichen Tische eines italienischen Restaurants Platz. Die Pizza ist gut, nur die Bedienung lässt sich mit allem sehr viel Zeit. Es ist
bunt und laut in der für Autos gesperrten Straße. Straßenmusikanten ziehen von Restaurant zu Restaurant - nicht immer ein Vergnügen. Der Abend ist schnell vergangen und erst spät sind wir im Hotel. Morgen wartet die Algarve auf uns.
 
 
Algarve - Sonne, Meer und Strand  (^nach oben^)
 
3h Zugfahrt stehen an. Bei den Preisen 1. Klasse. Wir machen es uns beqem und schlafen nach kurzer Zeit ein. Bis Faro geht die Fahrt. Beinahe bis Faro. Wegen tech-nischer Probleme stehen wir wenige Kilometer von Faro entfernt auf der Strecke. Endlich nach 4h Ankunft in Faro. Wir müssen jedoch weiter nach Tavira. Eine Pause ist uns nicht vergönnt. Der Regionalzug hat auf uns gewartet. Schnell steigen wir ein und nach wenigen Minuten geht es weiter. In Tavira warten wir vergeblich auf ein Taxi, 10 Minuten, 20 Minuten. Endlich ein Taxi. Der Fahrer spricht kein Wort Englisch. Wir zeigen ihm unseren Internetausdruck und schaffen damit Verwirrung. Wir fahren erst einmal los.  Ein paar Kilomertern später hält er rechts an, um zu telefonieren. Nach dem Telefonat kichert er vor sich hin, weiß aber anscheinend Bescheid. Nach wenigen Minuten fahren wir an einer riesigen Baustelle entlang, biegen einen Feldweg ein. Sind wir hier wirklich richtig? Er kichert immer noch. Der Feldweg führt durch einen vernachlässigten Olivenhain. In der Ferne sehen wir ein paar geparkte Autos, dort muss es sein. Wir stehen endlich vor einem großen Holztor, der einzige Zugang zum Castillo. Verzweifelt schauen wir uns an - unter mittlerweile lautem Gelächter unseres Taxifahrers.  In dem Tor ist eine kleine etwa hüfthohe Tür eingelassen. Gebückt erobern wir die Festung, zerren unsere Koffer hinterher. Die Hüter der Festung halten uns für Besucher. Der Irrtum ist schnell aufgeklärt. Obwohl es später Nachmittag ist, sind unsere Zimmer noch nicht in bezugsfertigem Zustand und so steht eine Besichtigung der Festung gleich an. Ein großer Innenhof mit verdächtiger Grasfläche und einem steinernen Brunnen, ein Baum mit einer geflochtenen Schaukel.
 
In Front das Haupthaus, weiß gestrichen mit den für das Hinterland der südlichen Algarve berühmten bunten Ziegeln. Rechts die neugebauten Moonrooms, die sich trotz ihrer modernen Architektur nahtlos in das historische Ensemble einfügen. Ein mit Kopfsteinen gepflasterter Weg führt hinauf auf die Terrasse mit einem weitem Blick über die Lagune, die Dünen und den Atlantik. Wir sind angekommen.
 
Das im Internet als Hotel ausgewiesene Hotel ist kein richtiges Hotel, eher eine Mischung aus Ruheoase, Pension und Hotel. Abendessen müssen
wir in dem kleinen neugebauten Ferienort, nur 5 Minuten den schmalen Feldweg entlang der Festungsmauer. Wir beziehen nun endlich unseren Moonroom. Ein geräumiges Zimmer mit modernem Bad. Nur eine Klimaanlage fehlt. Koffer auspacken, Duschen, Entspannen. Zeit zum Abendessen. Die Sonne geht früh unter und es bereits dunkel. Wir pilgern in das Urlauberdorf, erkunden die gastronomischen Gegebenheiten und lassen die Strandpromenade schnell hinter uns. Eine kleine intime Pizzeria, die keinen Gastraum hat, soll uns heute Abend versorgen. Die Pizza ist ausgezeichnet und hat eindeutig Referenzcharakter. Ein Gläschen Portwein zum Abschluss.
 
Auf Grund der doch beinahe tropischen Temperaturen hatten wir die Schiebetür offengelassen. Nun
kriechen wir total genervt unter unseren Laken hervor
und begeben uns auf die Jagd, die Jagd nach Mücken. Völlig übermüdet schleppen wir uns am nächsten Morgen zum Frühstück, um gleich danach wieder hinter geschlossenen Vorhängen zu verschwinden. Der Tag sieht uns erst am Nachmittag wieder. Ein Ausflug zum Strand soll die ersehnte Entspannung bringen. Der Transfer über die Lagune ist für Gäste der Festung kostenlos. Wir treffen Gabriel, den Fahrer des Motorbootes und setzen über. Ein breiter Strand, Duschen und Toiletten sind ebenso vorhanden wie eine Snackbar. Hier ist uns zuviel Trubel und wir laufen den breiten Strand entlang. Ein ruhiges Plätzchen ist bald gefunden und wir genießen die warmen Sonnenstrahlen. Nach 2 h haben wir genug und setzen wieder über. So verbringen wir auch die nächsten Tage. Nichts Aufregendes, nichts Spektakuläres. Eine Wanderung am Strand entlang steht
noch aus. Gleich nach dem Frühstück geht es los. Rucksack gepackt und losmarschiert. Die vielen bunten Tupfer am Strand der Lagune sind Muschelsucher, die ihr Abendessen bei Ebbe aus dem Sand graben. Wir laufen ca. 3 km unterhalb der Steilküste bis wir einen Abzweig finden, der uns den Rückweg oberhalb der Steilküste ermöglichen soll. Leider haben wir kein Glück. Die Obstplantagen gehen bis an den Rand der Steilküste, Schilder weisen darauf hin, dass es sich um Privatbesitz handelt und Passanten unerwünscht sind. Wir müssen einen großen, staubigen Umweg bis zur Hauptstraße gehen, können dann aber einen Fahrradweg nutzen. Eine weite Wanderung, allerdings keine schöne. Eingestaubt und enttäuscht landen wir wieder in der Festung.
 
Es wird Zeit für die Heimreise. Ein Taxifahrer holt uns um 7:00 Uhr ab. Nach knapp 1h sind wir auf dem Flughafen in Faro. Ein letzter Blick zurück, Abschied von Portugal.
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